Ich fand meine Villa in Form eines winzigen, alten Fischerhäuschens.
Es liegt unmittelbar an einem kleinen Hafen, und wenn ich aus dem Fenster schaue, blicke ich auf Bäume, auf Wasser und Segelboote. Die Morgensonne durchflutet das Zimmer und abends erlebe ich das besondere Licht der untergehenden Sonne.
Und plötzlich war es da - in meinem Kopf - das Zauberwort:
Villa Lilla ... Villa Lilla ... Villa Lilla ...?
Ein kleines, windschiefes Häuschen, das von außen betrachtet
die Bezeichnung Villa (lat.: Landsitz) nicht verdient.
Ich erspürte die Natur der Gegensätze, die sich in diesen Worten verbanden.
Lilla ist schwedisch und heißt 'die Kleine' - die kleine Villa!
Es offenbarte sich mir hinter diesen beiden Worten bald die ganze Idee,
die schon so lange darauf wartete, verwirklicht zu werden.
Der Reichtum meiner Villa liegt also ganz offensichtlich nicht im Repräsentativen, sondern vielmehr darin, dass sie mir Raum gibt zu dem, was mir im Leben immer eine der größten Freuden war und ist:
der Schönheit der Dinge nachzuspüren
und den glühenden Eifer am eigenen, schlichten Schaffen und Gestalten zu erleben.
Ein Raum der Inspiration, der Kreativität als auch der Kommunikation und des Austausches.
Heute weiß ich, es gibt die Villa Lilla schon viele Jahre im Dornröschenschlaf der Idee.
Und ist zur richtigen Zeit der richtige Ort endlich gefunden, dann erwacht die Idee und will getan werden ...
'Und plötzlich weißt Du, es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.' Meister Eckhart
So - das Fenster ist eingesetzt - und ich muß sagen: ES GEFÄLLT MIR!Jetzt geht's weiter mit verputzen. Und zwischendurch immer wieder unter die Gartendusche! Ich hoffe, ihr genießt alle den herrlichen Sommer, der so lange auf sich warten ließ - ich tu es auch, trotz meiner vielen Baustellen!
Noch ein großes Thema habe ich in den letzten Wochen abgearbeitet: Im ehemaligen Küchenbereich war der ganze Raum rundherum fast halbhoch mit grüner Ölfarbe gestrichen. Und da man Ölfarbe nicht überstreichen bzw. überputzen kann, mußte sie runter. Ich hatte mich vor dieser Aufgabe fast etwas gefürchtet. Hilfe kam in Form eines "elektrischen Spachtels" von einer lieben Freundin. Damit war diese heftig staubige Angelegenheit dann doch in knapp 2 Tagen erledigt.Nun muß alles wieder neu verputzt werden. Den Grundputz habe ich mittlerweile auch schon wieder drauf. Alte Fliesen mußten ebenso entfernt werden und dabei habe ich eine alte Seifenschalen-Fliese gerettet.Ich werde sie dann später wieder integrieren. So langsam kommt Freude auf, denn es geht jetzt wirklich vorwärts!
Alles hat seine Zeit ... und so waren die letzten Wochen ausgefüllt mit Ereignissen und Gedanken, die einfach keinen Raum ließen für Öffentlichkeit. Aber gerade im Rückzug liegt oft die Kraft für Neues. Und so entstand bei den Arbeiten in der Villa Lilla ein tatsächlicher "Durchbruch". Es gab einen großen, sonnigen und somit hellen Raum und einen etwas kleineren, dunkleren Raum. Immer wieder überlegte ich, wie ich diesen Raum heller gestalten könnte. Die Zwischenwand herausnehmen wollte ich nicht, denn es sollten 2 Räume bleiben. Und da war sie plötzlich - die Idee: ein Fenster! Allerdings nicht ein weiteres Fenster nach draußen, dazu gibt es keine Möglichkeit. Ein Fenster von Zimmer zu Zimmer sollte es werden:Die Idee war zwar von mir - in die Tat umgesetzt wurde sie aber von meinem allzeit bereitwillig mich unterstützenden Ehemann. Dafür bin ich ihm von Herzen dankbar!Jetzt kann das Licht frei fließen!Schon im letzten Jahr konnte ich mir ein paar sehr schöne, alte Holzfenster, die durch moderne ersetzt wurden, sichern. Und in die nun gebrochene Öffnung kommt jetzt eines von diesen wunderschönen alten Fenstern. Ich habe es mittlerweile auch schon entlackt - die fehlenden Fensterflügel kommen auch noch dran - und jetzt wartet das Fenster auf seinen Einsatz.
Kreative Fische-Frau mit ständig neuen Ideen im Kopf. Zuhause im herrlichen Rheingau in einem alten Haus, daher ständig am Renovieren und Bauen. Leidenschaftliche Handarbeiterin. Große Patchworkfamilie mit 4 Kindern, 3 Enkelinnen, 3 Hunden und 1 Pferd. Über all das schreibe ich hier in meinem Blog. Hinterlasse mir ein paar nette Worte wenn Du mich besuchst - Leben ist Kommunikation!
'Wenn Du eine wirklich wesentliche Begabung hast, mache Dir keine Sorgen: Sie schafft sich Raum, sie zwingt dich geradezu, dich in ihren Dienst zu stellen. Was sich verwirklichen möchte, wird sich verwirklichen.' Alexa Kriele
DANK
An dieser Stelle möchte ich ganz besonders meiner Mutter und meinen beiden Großmüttern danken.
Danke meiner Mutter. Sie hat mir den Sinn für Schönheit, ihre Freude an der Vorstellungskraft, ihre Phantasie, weitergegeben. Mit ihrem besonderen handwerklichen Können in Verbindung mit einem feinen Gespür für Materialien ist sie mir von Kindesbeinen an eine große Lehrmeisterin.
Danke meiner Großmutter, die ebenso ein großes handwerkliches Geschick im Umgang mit Nadel und Faden besaß. Sie unterstützte mich schon als Kind beim Erlernen dieser Fähigkeiten und vermittelte mir gleichsam ihre große Liebe zu allem, was es im Garten zu tun und zu entdecken gab.
Danke meiner Großmutter aus meiner väterlichen Linie. Sie hatte ebenso diese große Freude am handarbeitenden Gestalten. Mit ihrem feinsinnigen Wesen, ihrer Liebe zum Detail, ihrer Freude an der Poesie und ihrer gleichzeitig erdverbundenen Art hat sie mich stark geprägt.
So wurde eine wesentliche Begabung, die sich wie ein roter Faden durch viele Generationen zog, auch mir in die Wiege gelegt. Und diese wichtigen Frauen in meiner Familie haben - gleichsam guten Geistern - in unterschiedlichen Facetten mitgeholfen, diese Begabung zu Fähigkeiten auszubilden.
Danke meinem Vater. Er vermittelte mir die Liebe zur Natur auf unnachahmliche Weise. Mit seinem Frohsinn und seinem besonnenen, geduldigen Gemüt war und ist er für mich immer ein sicherer Anker.
... ja und was wäre ich ohne meinen geliebten Mann und alle unsere Kinder - und die jüngste im Bunde, meine Enkelin! Sie alle bereichern mein Leben immer wieder aufs neue und auf die unterschiedlichste Weise. Sie sind mein ganzes Glück.
Allen gemeinsam ist die Liebe, mit der sie mich begleitet haben und noch immer beschenken. Dafür bin ich sehr dankbar.
Und heute bin ich ebenso glücklich, dieses Geschenk selbst weitergeben zu können.